the project
art projects
exhibition
peace workshops
timetable
participants
links
reading list
get involved
cooperations
contact

  





clear

Freundschaft entsteht durch Dialog

>>  >>  Ein Reisebericht oder wie aus einer Begegnung mit Schauspielern des Nationaltheaters Bagdad ein gemeinsames deutsch-irakisches Theaterprojekt wurde


Das I.-O.-Theater Berlin wurde von dem irakischen Regisseur Ihsan Othmann und der Schauspielerin Antje C. Hobucher im Juni 2005 gegründet.

Das Ensemble setzt sich aus Künstlern unterschiedlicher Nationen und Kulturen zusammen. Aus Begegnungen mit Schauspielern des Nationaltheaters Bagdad noch im Gründungsjahr entwickelte sich schnell ein reger Austausch und gemeinsame Pläne.

Zusammen mit dem Shorashvan-Ensemble Dohuk, dem Nationaltheater Bagdad und der Peformance-Künstlerin Ulrike Düregger veraqnstalteten wir deshalb u.a. im März 2008 das Festival ?Iraqi theatre at home and away?. Organisatoren waren das Theaterhauses Mitte, der Verein "Förderband e.V." und das I.-O.-Theater Berlin.

Im Mittelpunkt des Festivals stand das Stück "Der Tod und das Mädchen"  - nach Ariel Dorfman - aus der Sicht unterschiedlicher Kulturen. Als Performance und als Schauspiel aufgeführt in kurdischer, arabischer und in deutscher Sprache.

"Der Tod und das Mädchen" beschäftigt sich zentral mit Verfolgung und Folter während der chilenischen Militärdiktatur, sowie der Frage nach Vergeltung und Bewältigung dieser Erlebnisse. Im Stück werden diese anhand der persönlichen Situation des Ehepaares Salas und des Arztes Miranda verhandelt.

Nach Abschluss des Festivals wurden alle Beteiligten vom Kulturministerium der Regionalregierung Nordirak/Irak nach Dohuk eingeladen. Ähnlich wie in Berlin wurden im Juni 2008 auch dort alle Inszenierungen gezeigt und diskutiert.

Die Herzlichkeit, Offenheit und Neugier der Menschen, die uns während unserer gesamten Reise begegneten, berührte uns sehr. Ebenso wie die allgemeine Aufbruchstimmung in den Städten, die wir besuchten.

Das Festival begann mit einer Ausstellungseröffnung. Neben den Bildern von über 100 kurdischen Künstlern, gab es die Performance von Ulrike Düregger zu sehen. Die Vorstellungen der Ensembles hingegen fanden an drei hintereinander folgenden Abenden statt und waren einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Nach jeder Vorstellung gab es ein Publikumsgespräch. Besonders die Rolle der Paulina Salas und die Interpretation durch die jeweilige Schauspielerin wurde breit und kontrovers diskutiert.

Wie sollen sich Täter und Opfer in der Zeit nach einer Diktatur begegnen? Welchen Weg schlagen sie ein: Rache und Selbstjustiz oder ein Gerichtsverfahren nach rechtstaatlichen Grundsätzen? Gibt es in einer Diktatur überhaupt Menschen ohne Schuld? Fragen zu denen es keine einfachen Antworten gibt. Für die Menschen aus den unterschiedlichen Teilgesellschaften des Irak sind diese  Fragen von aktueller Bedeutung.   

Mehr Info unter www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-310/_nr-563/i.html

back



blind